Mit der dritten Seite gezielt Akzente setzen

Erstellt am: 18.06.2026  | Lesezeit: 3 Min.  | Wortanzahl: 622

Nicht jede Information über die eigene Persönlichkeit, Motivation oder besondere Erfolge lässt sich im Lebenslauf oder Anschreiben ausführlich darstellen. Genau hier kann die sogenannte „Dritte Seite“ eine sinnvolle Ergänzung der Bewerbungsunterlagen sein. Sie bietet Bewerbern die Möglichkeit, ausgewählte Stärken, Erfahrungen oder Beweggründe näher zu erläutern und dem Personalverantwortlichen ein umfassenderes Bild der eigenen Person zu vermitteln. Allerdings ist die Dritte Seite kein Pflichtbestandteil einer Bewerbung. Richtig eingesetzt kann sie einen positiven Eindruck hinterlassen, falsch genutzt hingegen schnell überflüssig oder sogar aufdringlich wirken. Deshalb sollte ihr Einsatz gut überlegt sein.

Dieses Bild wurde mit Hilfe von KI generiert.

Was ist die Dritte Seite?

Die Dritte Seite ist ein zusätzliches Dokument innerhalb der Bewerbungsunterlagen. Sie befindet sich in der Regel zwischen Anschreiben und Lebenslauf oder wird nach dem Lebenslauf eingefügt. Im Gegensatz zum Lebenslauf, der Fakten und Stationen dokumentiert, bietet die Dritte Seite Raum für persönliche Einblicke, besondere Leistungen oder ergänzende Informationen. Sie wird meist als kurzer Fließtext verfasst und umfasst in der Regel nicht mehr als eine Seite. Ziel ist es, wichtige Argumente hervorzuheben, die für die eigene Eignung sprechen und in den übrigen Unterlagen nicht ausreichend zur Geltung kommen.

Für wen eignet sich die Dritte Seite?

Nicht jeder Bewerber profitiert gleichermaßen von einer Dritten Seite. Besonders sinnvoll kann sie in folgenden Situationen sein:

  • bei Bewerbungen um einen Ausbildungsplatz
  • für Berufseinsteiger mit wenig Berufserfahrung
  • bei Führungspositionen
  • bei einem ungewöhnlichen oder wechselhaften Lebenslauf
  • wenn besondere Erfolge oder Kompetenzen erläutert werden sollen

Wer bereits ein aussagekräftiges Anschreiben und einen klar strukturierten Lebenslauf vorweisen kann, benötigt häufig keine zusätzliche Seite. Grundsätzlich gilt: Die Dritte Seite sollte nur verwendet werden, wenn sie einen echten Mehrwert liefert.

Welche Inhalte eignen sich für die Dritte Seite?

Der Inhalt hängt von der individuellen Bewerbungssituation ab. Wichtig ist, dass die Informationen relevant sind und die Eignung für die angestrebte Position unterstützen.

Mögliche Themen sind:

  • persönliche Motivation
  • soziale Kompetenzen
  • organisatorische Fähigkeiten
  • besondere Qualifikationen
  • Branchenerfahrung
  • Arbeitsschwerpunkte
  • berufliche Erfolge
  • Gründe für das Interesse an der Position

Die Inhalte sollten sich dabei nicht einfach wiederholen, sondern die bereits vorhandenen Informationen sinnvoll ergänzen.

Die passende Überschrift wählen

Bereits die Überschrift entscheidet darüber, ob die Dritte Seite Interesse weckt oder beliebig wirkt.

Geeignete Überschriften können beispielsweise sein:

  • Meine Motivation
  • Zu meiner Person
  • Warum ich mich bewerbe
  • Was Sie sonst noch über mich wissen sollten
  • Mein berufliches Profil

Für Fach- und Führungskräfte bieten sich auch sachlichere Varianten an:

  • Leistungsbilanz
  • Tätigkeitsbilanz
  • Berufliche Schwerpunkte
  • Ausgewählte Erfolge

Die Überschrift sollte zum Inhalt und zur angestrebten Position passen.

So wird die Dritte Seite überzeugend aufgebaut

Die größte Herausforderung besteht darin, die Inhalte präzise auf den Punkt zu bringen. Personalverantwortliche möchten keine langen Selbstbeschreibungen lesen. Bewährt hat sich eine Länge von etwa 15 bis 20 Zeilen. Kurze Absätze und eine klare Struktur erhöhen die Lesbarkeit.

Ein möglicher Aufbau:

  1. Kurze Einleitung oder Motivation
  2. Beschreibung ausgewählter Stärken oder Erfahrungen
  3. Bezug zur angestrebten Position
  4. Abschluss mit Ort und Datum

Wer mehrere Themen behandelt, kann diese zusätzlich durch kurze Zwischenüberschriften gliedern.

Typische Fehler vermeiden

Gerade bei der Dritten Seite gilt: Weniger ist oft mehr.

Häufige Fehler sind:

  • Wiederholungen aus Anschreiben und Lebenslauf
  • übertriebene Selbstdarstellung
  • lange Textblöcke
  • allgemeine Aussagen ohne konkrete Beispiele
  • fehlender Bezug zur Stelle

Formulierungen wie „Ich bin teamfähig, flexibel und belastbar“ wirken wenig überzeugend, wenn sie nicht durch Erfahrungen oder Beispiele untermauert werden.

Deutlich stärker sind konkrete Aussagen, die Fähigkeiten nachvollziehbar machen.

Checkliste für die Dritte Seite

Bevor die Bewerbung versendet wird, lohnt sich ein kurzer Qualitätscheck:

✔ Die Dritte Seite ergänzt die übrigen Bewerbungsunterlagen sinnvoll.
✔ Die Inhalte sind relevant für die angestrebte Position.
✔ Es werden keine Informationen doppelt dargestellt.
✔ Die Texte sind kurz und prägnant formuliert.
✔ Die Überschrift passt zum Inhalt.
✔ Ort und Datum sind angegeben.
✔ Die Seite wirkt professionell und übersichtlich.

Fazit

Die Dritte Seite kann einer Bewerbung zusätzliche Persönlichkeit verleihen und wichtige Argumente für die eigene Eignung hervorheben. Besonders bei Berufseinsteigern, Auszubildenden, Führungskräften oder Bewerbern mit einem ungewöhnlichen Werdegang kann sie eine sinnvolle Ergänzung sein. Entscheidend ist jedoch, dass die Inhalte einen echten Mehrwert bieten. Wer die Dritte Seite gezielt nutzt, relevante Informationen auswählt und sich auf das Wesentliche konzentriert, kann seine Bewerbung sinnvoll abrunden und einen bleibenden Eindruck hinterlassen.


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